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Ihr Recruiting-Prozess: Rufkiller oder Talentebringer

Autor: Claudia Hümpel, 12.09.2013

“Employer Branding” ist in aller Munde. Viele Unternehmen geben eine Menge Geld für Kampagnen, Agenturen und Berater aus, um Konzepte zu erarbeiten und sich zeigen zu lassen, wie sie ein „attraktiver“ Arbeitgeber werden.

Wie läuft das bei Ihnen im Unternehmen?  Was tun Sie für Ihre Außenwirkung als Arbeitgeber? Wodurch heben Sie sich positiv von Ihren Mitbewerbern im Wettbewerb  um die besten Mitarbeiterˣ ab? Viele Unternehmen unterschätzen die Bedeutung ihres Umgangs mit Kandidaten und Bewerbern während des Recruitments. Das gilt für die positiven aber weit mehr noch für die negativen Auswirkungen einer professionellen bzw. nicht so gelungenen Suche und Einstellung.

Nutzen Sie also Ihre Chance und setzen Sie sich bereits bei der Suche, der Auswahl und der Einstellung neuer Mitarbeiter positiv von Ihren Mitbewerbern ab. Wenn Sie ein paar einfache Tipps umsetzen, stellen Sie sicher, dass Sie genau die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen anziehen, die zu Ihrem Unternehmen passen und machen darüber hinaus positive Werbung für Ihr Unternehmen. Getreu dem Motto von Marcus Berthold „Wer Menschen faszinieren will, braucht außergewöhnliche Ideen“  haben wir unsere 10 Favoriten – selbstverständliche und originelle – für Sie zusammengestellt. Damit machen Sie bei Ihren neuen Mitarbeitern von Beginn  an einen professionellen Eindruck und bleiben auch bei den abgelehnten Bewerbern in positiver Erinnerung.

So punkten Sie als Arbeitgeber bei Bewerbern und Mitarbeitern

1. Wissen, wen Sie suchen!

Überlegen Sie sich zu Beginn genau, welche Ziele Sie mit der Besetzung einer neuen Position erreichen wollen, welche Aufgaben dazu vom neuen Mitarbeiter erledigt werden müssen und welche fachlichen und persönlichen Qualifikationen dafür entscheidend sind. Nur wenn Sie selbst Klarheit über die Anforderungen an Position und Mitarbeiter haben, können Sie das auch formulieren und unter den Bewerbern den am besten passenden auswählen.

2. Reden Sie Klartext!

Beschreiben Sie die anstehenden Aufgaben so konkret wie möglich und formulieren Sie klar und deutlich, welche Aufgaben den neuen Mitarbeiter erwarten und wie Ihr idealer Bewerber aussieht.

3. Zeigen Sie, wie es bei Ihnen zugeht!

Zur Online-Stellenausschreibung finden die interessierten Bewerber weitere Informationen auf Ihrer Website; z.B. die Beschreibung einer typischen Arbeitswoche und die Wünsche und Erwartungen des Teams an den neuen Kollegen.

4. Nehmen Sie sich Zeit für Telefonate!

In jeder Stellenausschreibung geben Sie die Kontaktdaten des für diese Position verantwortlichen Ansprechpartners an. Melden sich interessierte Bewerber, bekommen sie kompetent und freundlich Auskunft auf ihre Fragen und Sie können vorab bereits im Gespräch klären, ob die Bewerber für die ausgeschriebene Position grundsätzlich geeignet sind.

5. Überraschen Sie die eingeladenen Bewerber mit einer SMS!

Jeder Bewerber, der zu einem persönlichen Gespräch eingeladen wird, bekommt zusätzlich zu einer Terminbestätigung per E-Mail am Morgen des Gesprächs eine SMS: „Wir freuen uns, Sie heute um XX:XX Uhr persönlich kennenzulernen! Herzliche Grüße Vorname Nachname, Firma“ – Selbst, wenn es zu keiner Zusammenarbeit kommt, werden Sie damit in positiver Erinnerung bleiben.

6. Geben Sie den abgelehnten Bewerbern ein ehrliches Feedback!

Auch wenn durch das Gleichstellungsgesetz Fallstricke lauern – versuchen Sie, den Bewerbern bei mündlichen und schriftlichen Absagen ein ehrliches, faires und wertschätzendes Feedback zu geben.

7. Vermitteln Sie ein authentisches Bild Ihres Unternehmens!

Bewerber bekommen beim Vorstellungsgespräch bei Ihnen nicht nur die Chefs und HR-Manager zu Gesicht, sondern auch die Möglichkeit den Arbeitsplatz zu besichtigen und mit den (möglicherweise) zukünftigen Kollegen zu sprechen. Am Ende des Gesprächs bekommen sie statt ein unverbindliches „wir melden uns dann…“ von Ihnen ein direktes und ehrliches Feedback über Ihren Eindruck aus dem Gespräch und ob Sie sich eine Zusammenarbeit grundsätzlich vorstellen können.                                  

8. Sorgen Sie für kurze Entscheidungswege!

Sie entscheiden rasch und zügig über die Einstellung Ihres Wunschkandidaten und klären bereits im entscheidenden letzten Auswahlgespräch, ob Sie sich auch bzgl. der vertraglichen Details mit ihm einigen können. Der Wunschkandidat erhält einen Mustervertrag und Sie verabreden mit ihm einen (Telefon-)Termin für die Besprechung der vertraglichen Details.

9. Zeigen Sie Ihrem neuen Mitarbeiter, dass Sie sich über seinen Eintritt freuen!

Am ersten Tag ist alles vorbereitet: Visitenkarten, Telefon, Mobiltelefon, Arbeitsplatz, PC, Firmenausweis, Schlüssel oder Key Card, Büromaterial UND es warten ein Blumenstrauß und ein netterKollege, der sich in den ersten Wochen und Monaten um den „Neuen“ kümmert.

10. Keine Angst vor Arbeitgeberbewertungsportalen…

Nutzen Sie Bewertungsportale – kununu ist das Bekannteste – aktiv zur Stärkung Ihrer Arbeitgebermarke! Schicken Sie allen Bewerbern, die Sie im Rahmen einer Suche persönlich kennen gelernt haben, einen Link auf Ihre Seite bei kununu und bitten Sie um ein ehrliches Feedback zum Bewerbungsprozess. Das Feedback der Bewerber hilft Ihnen sich zu verbessern und Sie bekommen garantiert sehr gute Bewertungen, wenn Sie unsere Tipps beherzigen.

Weitere Tipps finden Sie auch in dem Buch „Bewerbermagnet“ von Alex Haitzer, erschienen bei Quergeist.

Lesen Sie zum gleichen Thema auch unseren Gastartikel auf HRweb vom vergangenen Jahr.

 

 

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