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Warum verleugnen sich eigentlich so viele Frauen in Führungspositionen?

Autor: Maria Reisinger, 13.02.2015

Frauen als Führungskraft

Letzte Woche erzählt mir eine Freundin, dass ihre Tochter die Lehre zur Tourismuskauffrau abgeschlossen hat. „Und, wie gefällt es der Emma dort?“, frage ich. „Die will da nur noch weg! Ihre Chefin ist einfach nur furchtbar!“ Und schon wandern meine Gedanken an die tollen Erlebnisse, die ich in meinem Arbeitsleben schon mit einer ganz speziellen Chefin sammeln durfte.

Warum ist das eigentlich so? Machen wir Frauen es uns wirklich gegenseitig so schwer? Oder ist das alles Quatsch, den Männer sich ausgedacht haben, die Probleme mit weiblichen Führungskräften haben? Ich finde: Das Rollenbild von Vorgesetzten ist in vielen Unternehmen noch stark männlich geprägt. Sprich – wer es zu was bringen möchte, muss entweder ein Mann sein oder zumindest so tun, als wäre er einer. So kommt es, dass viele weibliche Führungskräfte zur schlechten Kopie eines männlichen Vorgesetzten werden. Wertvolle weibliche Eigenschaften werden dadurch verleugnet. Wie traurig!

Typisch weiblich?!

„Typisch“ weibliche Eigenschaften sind sehr wertvoll für jedes Business. Studien beweisen, dass gemischt geführte Teams und Firmen mit weiblichen Führungskräften weniger Konflikte haben und die Teamarbeit besser funktioniert. Das wundert nicht, denn:

  • Frauen kommunizieren anders als Männer.
  • Sie sind beziehungsorientiert.
  • Viele weibliche Chefs können sich besser in andere hineinversetzen. Die Mitarbeiter fühlen sich wahrgenommen und verstanden.
  • Es ist Frauen auch wichtig, dass ihre Mitarbeiter sich in der Arbeit wohlfühlen.
  • Sie erkennen unterschwellige Konflikte zwischen Kollegen und möchten diese im gemeinsamen Gespräch lösen.
  • Sie legen großen Wert auf Gemeinschaft und Teamgeist.

Wenn Frauen in Führungspositionen sie selbst sein dürfen, profitiert das ganze Unternehmen. Leider herrscht in vielen Köpfen immer noch ein sehr männlich dominiertes Rollenbild von Führungskräften. Es gibt aber auch ganz tolle positive Beispiele, in denen der weibliche Führungsstil nicht als Schwäche, sondern als echter Gewinn für das Unternehmen erkannt wird.

So betrachtet denke ich noch mal an die Chefin von damals und wünsche ihr, dass sie mittlerweile den Mut hat ganz authentisch als Frau zu führen.

Dann klappt´s auch mit den Mitarbeiterinnen. 😉

Kommentare (2)

  • Manfred "Stone" Steiner

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    Grundsätzlich stimme ich der Meinung zu. Ich sehe dann Probleme, wenn NUR Frauen miteinander arbeiten. Aktuelles Beispiel, eine Kindergartenleiterin, Ausbildung mangelhaft (College), steht nicht hinter den eigenen Kräften, gibt Fehler nicht zu, schwach im Umgang mit Kunden (Eltern), und es geht so weit, dass gelogen wird, und hebt sich dadurch auf Kosten der Anderen hervor. Ist das ein Einzelbeispiel, oder kommt das öfter vor?

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    • Claudia Hümpel

      |

      Hallo Herr Steiner, hm schwierige Frage. Nach meiner Erfahrung ist die Zusammenarbeit häufig besser in gemischten Teams. Aber es gibt überall auch Beispiele für sehr gut funktionierende Teams, die rein männlich oder rein weiblich besetzt sind (inkl. Führungskraft).
      Männer haben in der Regel eine sehr viel direktere Art Konflikte auszutragen und können anschließend trotzdem gemeinsam „ein Bier trinken gehen“. Frauen nehmen Konflikte häufig sehr viel persönlicher und reagieren entsprechend emotional.
      Ich würde Ihre Erfahrungen daher nicht auf „Frauen in einer Führungsposition“ verallgemeinern, zumal ich selbst es auch schon genau anders herum erlebt habe, d.h. dass sich Männer auf Kosten anderer hervorheben, Fehler nicht zugeben möchten und es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.

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